Swiss Spirit Studie zeigt: Starke Abnahme der gefühlten Lebensqualität in der Schweiz

ST.GALLEN, im Juni 2008. Was die Zukunft der Schweiz angeht, zeigen sich die Schweizerinnen und Schweizer besorgt. Das offenbart die Startbefragung von Swiss Spirit, ein emotionaler und psychologischer Barometer der Schweiz. Während bezüglich der wirtschaftlichen und ökologischen Zukunftsperspektiven der Schweiz noch geringer Optimismus vorherrscht, blickt die Schweiz in Bezug auf ihre politische Entwicklung und ihres sozialen Zusammenhaltes pessimistisch
in die Zukunft.

Der Barometer von Swiss Spirit zeigt in den Startabstimmungsresultaten Erstaunliches: Trotz eines konstanten Anstiegs des Bruttoinlandproduktes in den letzten Jahren, wird die Entwicklung der gefühlten Lebensqualität in der Schweiz sehr pessimistisch eingeschätzt: Bewerteten die Befragten aus heutiger Sicht die Lebensqualität der Schweiz vor zehn Jahren noch mit 75 Punkten von möglichen 100, sieht die Gegenwart bereits schlechter aus (71). In zehn Jahren wird gar eine drastische Verschlechterung auf 63 Punkte erwartet.


Persönliche Situation besser als die allgemeine

Dieses Ergebnis steht im Gegensatz zur Entwicklung der persönlichen Lebensqualität, die mit 75 Skalen-Punkten hoch ist und als stabil prognostiziert wird. In die gleiche Richtung weist auch die Tendenz des persönlichen Optimismus, der mit 70 Punkten den Optimismus für die Schweiz (57) deutlich übertrifft.

Sozialer Zusammenhalt vor Zerreissprobe
Tendenziell gut werden die wirtschaftlichen (64) und ökologischen Aussichten (62) eingeschätzt. Besorgnis erregend sind hingegen die Beurteilungen der werteorientierten Aspekte wie die politische Entwicklung der Schweiz und der soziale Zusammenhalt. Die Aussichten liegen hier gar unter dem Mittelwert von 50 Punkten. Die politische Zukunft der Schweiz wird mit 47 Punkten eingeschätzt. Die Prognose für die Entwicklung des sozialen Zusammenhalts in der Schweiz schneidet mit 43 Punkten gar noch schlechter ab. “Die zunehmende Individualisierung und die fortlaufende Ausdifferenzierung gesellschaftlicher Bereiche sind mögliche Erklärungen für dieses Phänomen”, sagt Dr. Andreas Giger, Sozial- und Werteforscher am ISG Institut und Projektleiter Swiss Spirit.

Alterspessimismus als Herausforderung der Zukunft
Der persönliche Optimismus ist stark altersabhängig. Ist er bei den unter 40-Jährigen mit 74 Punkten noch hoch, so sinkt er kontinuierlich auf 61 Punkte bei den über 60-Jährigen. Zudem wird der persönliche Optimismus auch vom jeweiligen Bildungsstand der Befragten beeinflusst: 61 bei obligatorischem Schulabschluss, 65 bei Berufslehre und 73 bei Studium. Zwischen den Geschlechtern gibt es auch beim persönlichen Optimismus keine signifikanten Unterschiede. Bei der Frage nach der Zukunft der Schweiz und ihren Teilaspekten ergeben sich keine deutlichen Zusammenhänge zwischen Geschlecht, Alter und Bildung. “Die Beendigung der beruflichen Laufbahn führt häufig zu einer Minderung der sozialen Kontakte. Dieses negative Gefühl, nicht mehr integriert zu sein, wird nicht selten begleitet von einer altersbedingten körperlichen Beeinträchtigung. Diese unterschiedlichen Faktoren führen dann zum persönlichen Pessimismus älterer Menschen. Alterspessimismus wird in naher Zukunft zu einer ernstzunehmenden
gesellschaftspolitischen Herausforderung”, sagt Oliver Fiechter, Initiator Swiss Spirit und Inhaber des ISG Institut.

Neue Indikatoren

Seit der Einführung des BIP in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurde gesellschaftliches Wohlergehen immer mit wirtschaftlichem Wachstum in Verbindung gesetzt. Es ist Tradition, die ökonomische Tätigkeit eines Landes zu beobachten und mit dem Sozialprodukt zu erfassen - ob eine Erhöhung des Sozialproduktes und der Einkommen tatsächlich zu mehr Vertrauen und Zukunftsoptimismus führt, wird allerdings meist nicht gefragt. Swiss Spirit will
deshalb mit diversen Erhebungsprojekten bis Ende 2009 die Werte-Landschaft der Schweiz erforschen und substanzielle Erkenntnisse über die gefühlte Realität der Schweizerinnen und Schweizer gewinnen. Die Messung der emotionalen Wahrnehmung soll Aufschluss über die nachhaltige Entwicklung der Schweiz geben und neue Indikatoren für die Beurteilung gesellschaftlichen Wohlstandes liefern.

Innovative Methode für qualitative Ergebnisse
Die Befragungen von Swiss Spirit sind nicht repräsentativ im klassischen Sinne. Sie stehen allen Interessierten offen. Entsprechend der direkt-demokratischen Tradition der Schweiz können an den Befragungen von Swiss Spirit alle teilnehmen, die von der Umfrage auf unterschiedlichen Kanälen erfahren haben. Swiss Spirit spiegelt somit das qualifizierte Meinungsspektrum jener Menschen in der Schweiz, die sich für die Schweiz, deren Werte und Zukunftstendenzen besonders interessieren und engagieren. Die Aussagequalität der hier Befragten ist demnach höher einzustufen als diejenige von klassischen, statistischen Erhebungen.

Ausgewogene soziodemographische Verteilung
Alle Ergebnisse basieren auf Antworten von 1′300 Befragten. An der Befragung waren sechs Prozent der Befragten unter 20 Jahre alt, 19 Prozent zwischen 21 und 30 Jahren, 19 Prozent zwischen 31 und 40 Jahren, 20 Prozent zwischen 41 und 50 Jahren, 18 Prozent zwischen 51 und 60 Jahren, 13 Prozent zwischen 61 und 70 Jahren, fünf Prozent waren über 70 Jahre alt. Sechs Prozent haben nur die obligatorische Schulbildung absolviert, 52 Prozent eine Berufslehre und 42 Prozent ein Studium.

Das ISG Institut
Das ISG Institut ist Innovationstreiberin im Bereich der Sozialforschung und entwickelt neue Sichtweisen für traditionelle wirtschaftliche Logiken. Das ISG Institut arbeitet mit öffentlichen und privaten Partnern zusammen, um Werte zu erfassen und darzustellen. Das Projekt Swiss Spirit ist ein nachhaltig angelegtes Projekt im Bereich der Grundlagenforschung und dauert bis Ende 2009. Das ISG Institut will mittels Swiss Spirit verstehen, wie es um die psychologische Situation in unserem Land steht und wie die emotionale Situation in der Schweiz die Handlungen der Schweizerinnen und Schweizer beeinflusst.

Weitere Informationen / Kontakt:
Swiss Spirit
c/o ISG Institut AG
Dr. Andreas Giger
Bahnhofstrasse 8
CH-9000 St. Gallen
Tel: +41 71 228 78 00
Fax: +41 71 228 78 01
info@spirit-online.ch

Weitere Ergebnisse:
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www.spirit.ch/medien

ST.GALLEN/WALLISELLEN, 26. MAI 2008. Microsoft und das St. Galler ISG Institut wollen künftig intensiv zusammenarbeiten, um die nichtfinanziellen Werte eines Unternehmens messbar zu machen. Das ISG Institut entwickelt Methoden zur Messung und Abbildung immaterieller Werte wie Verauen, Treue und Zufriedenheit. Durch neuartige Abbildungssysteme werden neben den herkömmlichen, ausschliesslich auf Finanzdaten abgestützten betriebswirtschaftlichen Fakten auch emotionale Werte wie Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit im Zusammenhang visualisiert.

“Die Kooperation mit dem ISG Institut passt sehr gut in unsere Business-Intelligence-Strategie. Wir erkennen hohe Synergieeffekte zwischen unserer BI-Technologie und den Methoden des Instituts”, kommentiert Thomas Reitze, Director Public Sector und Mitglied der Geschäftsleitung von Microsoft Schweiz. Derzeit führen beide Partner gemeinsame Pilotprojekte durch. Ab Herbst diesen Jahres sollen erste Software-Tools der breiten Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Schon die Eröffnungsrede von José Manuel Barroso (President of the European Commission) zeigt, dass sich die EU im klaren ist, wie mangelhaft die bisherigen Kenngrössen sind - beziehungsweise, wie gerne sie die “eigentlichen Werte” und Zusammenhänge abbilden würden.

   

Die IT-Branche entwickelt sich immer weiter weg vom reinen Produkt. Das physische Produkt, also die reine Hardware, entwickelt sich zum Substitut. Die Margen schwinden. Reichte es früher aus, für spezielle Märkte entsprechende Technologien zu entwickeln, so muss ein marktführendes Unternehmen heute die gesamte Prozesskette bedienen können. Das Wahrnehmen von Kundenbedürfnissen, das Etablieren von Partnerschaften und das Bereitstellen kundenorientierter Serviceleistungen sind dabei entscheidende Kompetenzen. Qualitätsführerschaft statt Preisführerschaft - so lautet die Devise etablierter Unternehmen im Kampf gegen Billiganbieter. Innovation, Kommunikation und Service sowie der Aufbau und die Pflege der Marke sind die wichtigsten Erfolgstreiber für die Zukunft. Die Bewirtschaftung qualitativer Kundenbedürfnisse ist damit für die IT-Industrie eine strategische Notwendigkeit.

Das Subjektive rückt in den Fokus

Dieser Entwicklung trägt auch der Weltmarktführer Hewlett-Packard Rechnung und rückt den Menschen, den IT-Anwender, noch stärker in den Fokus. Im Public-Sektor setzt das Unternehmen deshalb eine innovative Analyse-Methodik des ISG Institut ein. Mittels eines neuartigen Assessment-Verfahrens lassen sich technologische Fakten erstmals mit sozialen und psychologischen Indikatoren korrelieren. Die HP (Schweiz) GmbH unterstützt so eine nachhaltige Steigerung der Verwaltungsproduktivität, indem sie eine anwender- und zielorientierte Nutzung der Informations- und Kommunikationstechnologien in der Verwaltung fördert. Gerade im öffentlichen Bereich ist die Informationstechnologie zu einem festen Bestandteil der täglichen Arbeit geworden. Waren vor zehn Jahren die meisten öffentlichen Verwaltungen noch nicht vollständig elektronisch unterstützt tätig, ist der Computer aus der heutigen Verwaltungsarbeit nicht mehr wegzudenken. IT ist für Gemeinden und Städte jedoch meist noch immer eine «black box». Mit der kommenden Umsetzung der eGovernment-Strategie Schweiz wird das Thema IT-Produktivität politisch noch stärker an Bedeutung gewinnen.

Das nachfolgende Interview publizierte HP in der jüngsten Ausgabe ihrer “net.public”-Publikation. HP führte das Gespräch mit Oliver Fiechter vom ISG Institut St. Gallen.

Oliver Fiechter, in den internationalen eGovernment-Rankings liegt die Schweiz weit hinter dem Durchschnitt. Erklären Sie diesen Rückstand mit dem Schweizerischen Föderalismus?

Nein, nicht nur. Der wichtigste Kreativitäts- und Produktivitätsfaktor in der Volkswirtschaft ist der Mensch. Tatsächlich ist es so, dass die Technologie in den letzten Jahren unzählige Möglichkeiten zur Produktivitätssteigerung in Organisationen geschaffen hat, der Mensch aber nur teilweise mit der Entwicklung Schritt halten konnte. Er ist mit der modernen IT häufig überfordert und wird so zum Produktivitätshemmer.

Wo liegt das Problem?

Avenir Suisse spricht vom «Schweizer Paradoxon». Damit ist die Tatsache gemeint, dass in der Schweiz relativ viel Geld für die Informatik ausgegeben wird, der geschäftliche Nutzen jedoch vergleichsweise gering ist. Häufig wird rein nach technologischen Aspekten eingekauft. Die qualitativen Bedürfnisse der Menschen, die tagtäglich mit der IT arbeiten, werden zu wenig berücksichtigt.

Deshalb können Schweizer Verwaltungen wichtige Produktivitätspotenziale nicht ausschöpfen?

Davon bin ich überzeugt. Technologien, die vom Menschen nicht verstanden werden, haben keinen Nutzwert und blockieren die Produktivität, anstatt sie zu fördern. Studien von uns belegen, dass eine nachhaltige Steigerung der Verwaltungsproduktivität dann erreicht werden kann, wenn eine anwender- und zielorientierte Nutzung der Informations- und Kommunikationstechnologien gewährleistet ist.

Ihr Institut hat die IT-Assessment-Methode FIT entwickelt. Was ist an FIT speziell?

Produktivität entsteht nur im optimalen Zusammenspiel zwischen Mensch und Maschine. FIT setzt deshalb die Technologie in Bezug zu den menschlichen Möglichkeiten im Umgang mit der IT. In dieser Schnittmenge liegen bislang unerkannte Produktivitätspotenziale brach.

Um die Qualität der Verwaltungs-IT zu beurteilen, reicht eine rein technologische Analyse also nicht aus?

Nein, um die nachhaltige Nutzung der Verwaltungs-IT zu beurteilen, muss man den Einfluss der IT auf den Verwaltungserfolg abbilden. Man muss hinter die «Maschinen» blicken und die menschlichen Potenziale in der IT-Anwendung messbar machen.