Bern/Zürich/St. Gallen - Das ISG Institut St. Gallen hat die methodische Weltneuheit entwickelt wie die unsichtbaren Potenziale einer Firma sichtbar gemacht und in Bezug zu den Geldwerten aus der Erfolgsrechnung gesetzt werden können. Das ISG Institut hat damit den Grundstein für eine neue, innovative Generation von MIS-Lösungen gelegt. Erstmals lassen sich die nicht finanzielle Werte einer Unternehmung messen, visualisieren und deren Einfluss auf das finanzielle Geschäftsergebnis über den Zeitverlauf abbilden. Das „Customer Potential Management Cockpit“, das die NOVO Business Consultants gemeinsam mit dem ISG Institut entwickelt hat, identifiziert die persönlichen Präferenzen und Bedürfnisse der Kunden und misst inwiefern diese erfüllt sind. Diese Daten werden anschliessend auf weltweit einzigartige Weise in Bezug zu den Finanzdaten aus den Quellsystemen (ERP, CRM, BI etc.) gesetzt. Das steigert die Informationsqualität markant. Das Management erhält so wichtige Frühwarnindikatoren und entscheidet zielgerichteter, bedürfnisgerechter und wesentlich nachhaltiger als nur anhand von Umsatz- und Ertragszahlen. Auf Basis dieser Methode entwickelt das ISG Institut gemeinsam mit den NOVO Business Consultants und Praxisexperten aktuell weitere Cockpit-Lösungen aus den Organisationsbereichen HR, Supply Chain, Brand Value u.m.

Weitere Informationen zur „Potential Management“-Produktreihe erhalten Sie unter:

http://www.novo-bc.ch/news/3_news/pdf/Neue_Generation_MIS.pdf

“Potential Management by ISG Institute” im CASHdaily vom 21. November 2007:

http://blog.isg-institut.ch/wp-content/uploads/2007/11/artikel1.pdf

Von Oliver Fiechter

Individuen verhalten sich weit weniger rational, als es ihnen orthodoxe Ökonomen unterstellen. Auch die globale Banken- und Kreditkrise ist eine Folge geschickter Manipulation unaufgeklärter Anleger: Die Makler rund um den Globus, die wissentlich mit wertlosen Papieren handelten, haben die Irrationalität des Menschen ausgebeutet.

In der Wirtschaft ist nichts absolut. Alles ist subjektiv und emotional geprägt: Eine Produktivkraft erbringt lediglich die Leistung, die sie als angebracht empfindet. Ein Anleger bezahlt den Preis für ein Wertpapier nur dann, wenn er diesen als angemessen bewertet. Die Qualität der Wahrnehmung und die irrationalen Aspekte sind für Märkte die eigentlichen Triebfedern. Die moderne Verhaltensforschung beweist, dass Individuen nicht nur manchmal unlogisch und unkalkuliert handeln, sondern auch, dass sie dies regelmäßig und planmäßig tun.

Tatsächlich ist die Irrationalität keine Neuigkeit für die Berufsökonomen. Diese wissen längst, dass die Märkte kein Feld sind, auf dem rational handelnde Individuen miteinander vernünftige und nachhaltige Geschäfte tätigen, sondern eher eine Art Goldrausch, der den Menschen die Sinne benebelt und den Verstand raubt. Die Wirtschaft instrumentalisiert den Menschen auf seiner Suche nach sozio-emotionalen Prestigewerten. Und die Wirtschaftstheorie unternimmt alles, damit sich die Menschen dessen nicht bewusst werden.

Unmündige Konsumenten steigern Markteffizienz

Aus diesem Grund wird die Relevanz der Irrationalität, der Emotion in der Ökonomie nicht nur runtergespielt, sondern gänzlich missachtet. Deshalb werden ausschliesslich rationale Erklärungsmodelle herangezogen, die dem Menschen vorgaukeln, in der Wirtschaft sei alles sachlich begründet und wirtschaftliches Verhalten rein profitorientiert. Diese Modelle haben die Aufgabe, die Qualität wirtschaftlicher Leistung auf die Quantität des Geldgewinnes zu reduzieren, um so geschickt darüber hinwegzutäuschen, dass es hauptsächlich emotionale Motive sind, welche die wirtschaftliche Wertschöpfung - sowohl unmittelbar als auch nachhaltig - beeinflussen.

Die aktuelle Wirtschaftstheorie will den Menschen weis machen, dass in der Wirtschaft nur zum Zweck der Nutzenmaximierung gehandelt wird und dass dies immer aufgrund vollständiger Kenntnis der Entscheidungsmöglichkeiten geschieht. Die Wirtschaftstheorie blendet die Emotion vollends aus und bildet die Dinge nicht so ab, wie sie sind, sondern so, wie sie vor allem die Finanzindustrie gerne hätte. Die Erkenntnis der grossen Zusammenhänge in der Wirtschaft schadet der Effizienz der Märkte. Die Marktteilnehmer sollen nicht lernen, mündig zwischen Wert und Unwert zu unterscheiden. Die Hypothekarkrise in den USA wird nicht das letzte Beispiel sein, das uns diesen Sachverhalt eindrücklich vor Augen führen wird.

Von Oliver Fiechter

Die UK-Rockband Radiohead geht bei der Vermarktung ihrer Musik neue Wege. Das neue Album “In Rainbow” ist nur als Download auf der Website der Band erhältlich. Das Besondere: Der Fan bestimmt selbst, wie viel ihm der Download der zehn neuen Tracks wert ist. Radiohead wagen damit ein Experiment, zu dem sich die Musikindustrie bisher nicht hat durchringen können: ein alternatives Angebot zur überall im Netz gratis erhältlichen Musik zu machen.

10 Millionen Dollar Reingewinn

Der Mut hat sich bereits bezahlt gemacht. Journalisten und Blogger rund um die Welt wollen recherchiert haben, Radiohead hätten schon in der ersten Woche rund zehn Millionen US-Dollar aus rund einer Million verkaufter Alben eingenommen. Reingewinn selbstverständlich, wurde festgestellt, denn ihre Einnahmen müssten die Musiker mit keinem Plattenlabel teilen. Sogar die Zahlenspalter von Harvard Business Online haben sich dem Thema angenommen und der Band einen Lead-Artikel gewidmet, der die Rentabilität der Schenkaktion analysiert.

Es erstaunt nicht, dass die Aktion von Radiohead nur aus der Perspektive des Geldes heraus beurteilt wird. Unsere Gesellschaft ist es gewohnt, Geld als zentralen Leistungsbewertungsmassstab anzusetzen und die Qualität einer Tätigkeit mit der Höhe des daraus erzielten Geldgewinnes gleichzustellen. Das ökonomische Verständnis von Wirtschaftlichkeit ist sehr eng definiert: Bringt etwas einen Geldgewinn oder nicht, ist dabei stets die Gretchenfrage.

Gegen die Diktatur des Geldes

Grundlegender betrachtet, ist das Projekt von Radiohead aber weit mehr als eine reine Alternativstrategie der Markt- und Kundenbearbeitung mit dem ausschliesslichen Ziel der Gewinnoptimierung. Radiohead haben mit ihrer Guerilla-Operation gegen die Musikindustrie gegen die Diktatur des Geldes interveniert. Sie haben es intuitiv verstanden, dass in der Kunst Wert und Geschmack unmittelbar aneinander gekoppelt sind. In der Kunst zählen objektive Messgrössen nichts, subjektive Wertmasstäbe treten in den Vordergrund.

Radiohead haben begriffen, dass Werte relativ sind und emotional bestimmt werden. Bei Radiohead wird so der simple CD-Kauf zum menschlichen Akt persönlicher Wertschätzung und zur Gewissensfrage, zum Experiment qualitativer Sozialforschung. Radiohead feiert mit seiner Aktion den Sieg des Gehaltes über die Form. Des Wertes über den Preis. Einstein sagte einst: „Sämtliche große Wissenschaftstaten basieren auf der Intuition, nämlich der Axiome, aus denen alsdann induktiv geschlossen wird.“ So bleibt die Hoffnung, dass die Aktion von Radiohead auch die Ökonomen alsdann dazu inspiriert, ihre engumgrenzten Theorien von Wirtschaftlichkeit um den Faktor Mensch zu erweitern.